4.2.13: Overfitting
In vielen Anwendungsfällen kann das Trainingsset aufgrund der
großen Anzahl der möglichen Kombinationen von Attributwerten
nicht alle Attribut-Wert Kombinationen abdecken. Wie oben beschrieben,
kann man sich dann auf ein repräsentatives Trainingsset oder auf
ein Trainingsset, in dem vor allem "schwierige" Fälle
enthalten sind, beschränken. In solchen Fällen kann es zu
sogenanntem Overfitting kommen. Das bedeutet, dass die Regeln sich an
Eigenheiten des Trainingssets orientieren, die nicht für die
gesamte Datenmenge charakteristisch sind, und dann bei neuen
Datensätzen schlechtere Ergebnisse liefern, als es allgemeinere
Regeln oder breitere Klassifikationen getan hätten. Das gilt
insbesondere bei Verfahren wie der oben beschriebenen Fenstertechnik,
die gezielt solche Beispiele ins Trainingsset aufnehmen, die schwierig
zu kategorisieren sind, und dadurch kein repräsentatives
Trainingsset verwenden. Wird durch solche Methoden beim Lernen das
Gewicht zu Lasten von häufigen Beispielen auf sehr seltene und
schwierige Beispiele gelegt, kann die Leistung des resultierenden
Systems auf den häufigen Beispielen nachlassen, was bei einer
Gesamtbewertung natürlich stärker zu Buche schlagen kann, als
schlechtere Leistungen auf seltenen Beispielen.
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