3.2.1: Wahrscheinlichkeiten in endlichen Mengen
Bevor das probabilistische Retrieval-Modell vorgestellt wird, sollen zunächst einige
Begriffe aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung in
Erinnerung gerufen werden. Die Darstellung beschränkt sich auf endliche
Wahrscheinlichkeitsräume (also die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf endlichen
Mengen), weil die Definitionen dadurch erheblich einfacher werden.
Wie die Zugehörigkeitsfunktion einer unscharfen
Menge, wird die Wahrscheinlichkeit als Funktion von einer Grundmenge in das Intervall
[0,1] definiert. Bei den weiteren Anforderungen an die
Funktionen unterscheiden sich die Ansätze allerdings.
Aus der Definition folgt unmittelbar
p(Ø)=0
denn
1=p(G)=p(G
Ø)=p(G)
+p(Ø)=1+p(
Ø)
Diese Sachverhalte lassen sich folgendermaßen verallgemeinern:
Für unabhängige Ereignisse X, Y G
gilt:
| p |
(X | Y) |
= |
p(
X Y) |
 |
| p(Y)
|
|
= |
| p(X)·
p(Y) |
 |
| p(
Y) |
|
=p |
(X) |
Die bedingte Wahrscheinlichkeit ist bei unabhängigen Ereignissen also gerade
gleich der normalen Wahrscheinlichkeit. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit von
X
wird dadurch, dass das Auftreten des Ereignisses
Y
zur Bedingung gemacht wird, nicht beeinflusst.
Weiter ergibt sich aus der Definition der bedingten
Wahrscheinlichkeit
p(X | Y)·p(
Y)=p(X Y)
p(Y | X)·p(
X)=p(Y X)
| und damit
|
p(X | Y)·p(
Y)=p(Y | X)
·p(X)
| bzw.
| p |
(X | Y) |
= |
| p(
Y | X)·p(X)
|
 |
| p(Y) |
|
eine einfache Form der bayesschen
Formel.
|